Darmspiegelung

Video "Die Darmspiegelung"

Warum wird eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) durchgeführt?

Koloskopie bedeutet «in den Dickdarm schauen». Die Untersuchung wird von einem Arzt durchgeführt und dient der Abklärung von Symptomen wie Stuhlunregelmässigkeiten, Blut im Stuhl oder Bauchschmerzen. Auch bei Gesunden ohne jegliche Symptome wird ab dem 50sten Lebensjahr eine Dickdarmspiegelung als Vorsorgeuntersuchung empfohlen. Das Ziel ist es die häufigen, meist gutartigen Tumore des Dickdarms (Polypen) zu suchen, in der gleichen Sitzung zu entfernen und damit Darmkrebs zu verhindern.

Wie funktioniert die Koloskopie?

Das Koloskop ist ein dünner beweglicher Schlauch, an dessen Spitze eine Lichtquelle und eine Kamera angebracht sind. Damit kann der gesamte Dickdarm und auch der letzte Teil des Dünndarmes untersucht werden. Über Kanäle im Inneren des Koloskop kann Wasser und Luft appliziert und abgesaugt werden und es können Instrumente zur Gewebeentnahme und Polypenentfernung im Darm verwendet werden.

Welche Vorbereitung ist für die Untersuchung nötig?

Bitte besprechen Sie eine Woche im Voraus mit Ihrem Hausarzt, welche Medikamente Sie weiter nehmen können und welche Sie vorübergehend absetzen sollen. Insbesondere sind blutverdünnende und schmerzstillende Medikamente wichtig, weil mit diesen ein erhöhtes Blutungsrisiko bestehen kann. Da Sie für die Untersuchung nüchtern sein müssen, sollten Sie auch die Dosierung blutzuckersenkender Medikamente (Insulin, orale Antidiabetika) mit dem Hausarzt im Voraus festlegen. Damit eine optimale Sicht während der Untersuchung gewährleistet ist, muss ihr Darm vollständig entleert werden. Sie erhalten dafür eine Substanz und eine genaue Anleitung, wie Sie diese anwenden.

Wie läuft die Koloskopie ab?

Vor der Untersuchung wird der untersuchende Arzt auch die Möglichkeit der Verabreichung von beruhigenden und/oder schmerzstillenden Medikamenten mit Ihnen besprechen. Die Untersuchung kann unangenehm und manchmal auch schmerzhaft sein. Auf Wunsch werden Ihnen Medikamente über eine Vene verabreicht. Diese Medikamente erlauben eine schmerzfreie Untersuchung, während der Sie schlafen. Zunächst wird der Arzt den Enddarm mit dem Finger austasten. Dann wird er das Instrument vorsichtig durch den ganzen Dickdarm bis zum Dünndarm vorschieben und dabei genau die Darmwände von innen ansehen. Werden krankhafte Veränderungen gefunden, können diese in der Regel gleich entfernt oder Gewebeproben entnommen werden. Die Untersuchung dauert etwa dreissig Minuten und wird meist ambulant durchgeführt.

Was ist nach der Koloskopie zu erwarten?

Nach der Untersuchung bleiben Sie noch einige Minuten liegen, bis die Wirkung der Schmerz- oder Beruhigungsmittel aufgehört hat, falls welche verabreicht wurden. Danach wird der Arzt Sie über den Befund aufklären und Ihnen Empfehlungen für das weitere Vorgehen machen. Nach der Untersuchung dürfen Sie essen und trinken was Sie wollen. Während den ersten Stunden nach der Untersuchung können Blähungen und krampfartige Beschwerden auftreten, bis die im Darm verbliebene Luft verschwunden ist. Falls Sie schmerzstillende und/oder beruhigende Medikamente erhalten haben, ist Ihre Reaktions- und Aufnahmefähigkeit auch nachdem Sie wieder wach sind für eine gewisse Zeit eingeschränkt. Sie dürfen deshalb nach der Untersuchung kein Fahrzeug lenken oder riskante Tätigkeiten (z.B. Maschinen bedienen oder auf Baugerüste klettern) ausüben. Auch dürfen keine rechtskräftigen Verträge unterschrieben werden.

Welche Risiken sind mit einer Koloskopie verbunden?

Komplikationen einer normalen (sogenannt «diagnostischen») Darmspiegelung sind extrem selten. In diesen Fällen handelt es sich meist um vorübergehende Nebenwirkungen der Schlafmittel. Trotz grösster Sorgfalt kann es bei allen Spiegelungen zu Verletzungen der Wand des Verdauungstraktes (Perforation) zu kommen. Bei einer Darmspiegelung, die mit einer endoskopischen Entfernung von Polypen kombiniert ist, kann es zu Blutungen oder dem Durchbruch der Darmwand kommen (0.5 – 3%), in dessen Folge es selten auch zu einer Operation kommen kann.

In vielen Fällen können diese Komplikationen aber auch ohne Operation endoskopisch behandelt werden.